Kosmos Theater

KEIN LICHT

von Elfriede Jelinek
Sprechoper

ÖEA der erweiterten Fassung
Koproduktion von Drama Graz mit Theater FAIMME, KosmosTheater Wien und dem Musikfestival Bern in Kooperation mit der Hochschule der Künste Bern. Komposition im Auftrag der Pro Helvetia.

Termine: Di, 24.09. – Sa, 05.10.2013 | Di - Sa | 20:00 Uhr

Preis: EUR 18,- | erm. 13,- & 10,- | KosmosEuro 1,- | Sparpaket 72

PROLOG
Stimme: Elfriede Jelinek


KEIN LICHT
mit Ronja Jenko, Eva Kessler, Mona Kospach, Gina Mattiello, Ninja Reichert
und Werner Halbedl

Musikalische Konzeption: Ernst Marianne Binder | Jonas Kocher | Gina Mattiello
Inszenierung | Raum: Ernst Marianne Binder | Musik: Jonas Kocher
Ausstattung: Vibeke Andersen | Licht: Geari Schreilechner
Sprechtraining: Ninja Reichert | Körpertraining: Christina Lederhaas | Mona Kospach
Dramaturgie: Angela Bürger | Silke Felber
Sound: Geari Schreilechner | Andreas Thaler | Tonaufnahme: Gottfried Hüngsberg
Regieassistenz: Paula Perschke | Peter Spall


EPILOG
Eine Trauernde: Libgart Schwarz
Raum: Ernst Marianne Binder | Ausstattung: Vibeke Andersen
Licht: Geari Schreilechner | Regieassistenz: Maja Bačer


Produktion: Andrea Speetgens | Technische Leitung: Geari Schreilechner
Abendspielleitung: Paula Perschke


Das Wasser ist an Land gekommen, eine gewaltige Flutwelle hat alles mit sich fortgerissen. Energie wurde geraubt: Eine Anlage ist ausgefallen oder hat sich automatisch abgeschaltet. Nur noch ohrenbetäubende Stille erfüllt die Luft, ein Lärm, der die Welt lautlos unter sich begräbt, jedes Gehör taub macht, einem kollektiven Tinnitus gleich. Etwas hat sich grundlegend verändert – aber was? Etwas, das der Mensch erschuf, hat sich unumkehrbar gegen ihn gewandt, und das Licht, das früher auf ihn schien, muss er nun selbst abstrahlen, bläulich leuchtend aus den Knochen seines Körpers ...

Ohne dass die Worte Fukushima oder Atomkraft fallen, ist KEIN LICHT ein Geisterszenario nach dem Super-GAU, ein Beckett-haftes Endspiel, das abrechnet mit unserem bedingungslosen Glauben an die Beherrschbarkeit der Technik und in dem die Schreie der totgeschwiegenen Opfer gespenstisch widerhallen.


"... Ronja Jenko, Eva Kessler, Mona Kospach, Gina Mattiello und Ninja Reichert ... im Sprechchor ... man (kann) diese Konzentrationsleistung, die auf perfekter Beherrschung des Handwerks basiert, nicht genug bewundern. ... Libgart Schwarz ... nimmt den Text nun nicht als Virtuosenstück, sondern als nachvollziehbare Reflexionen eines echten Menschen - langsam, überlegend, resigniert ... 'Kein Licht' ... eindrucksvoll, daran ist nichts zu rütteln." Der Neue Merker, 25.09.2013

"...das Stück ... (feierte) seine fulminante Wien-Premiere ... 'Kein Licht' schildert in überwältigenden Sprachkaskaden Reaktionen auf das drohende Ende. Regisseur Ernst Marianne Binder gruppierte ... die grandiosen Darsteller zu einer strengen Formation, um die eindringliche Präsenz des Textes nochmals hervorzuheben ..." Kronen Zeitung, 26.09.2013

"Schwarz' Ton ist berückend. Was für eine Schauspielerin." Kurier, 26.09.2013

"In jelinekschen Assoziationsketten arbeitet sich der Text leitmotivisch von der Persönlichkeits- zur Kernspaltung vor. Mit einer Gruppe ausgesuchter Schauspieler ... bringt Binder ihn gekonnt ... in einer Collage aus szenisch oder chorisch aufgelösten Leseweisen. Ganz anders der Epilog, den eine kopfschüttelnde Libgart Schwarz als virtuosen Monolog gestaltet. Old school. Aber groß." Falter, 38/2013

"(ein) Sprechopernabend, dessen Stoff brandaktuell ist und das Flair einer antiken Tragödie verströmt. … Das starke Textgebilde wird von Regisseur Binder mit Achtsamkeit inszeniert, die puristische, dunkle Bühne … kommt auch ohne Mätzchen aus." Salzburger Nachrichten, 04.09.2013

"Jelinek führt in ein post-apokalyptisches Szenario, in der metaphern- und wortreich eine Welt ohne Töne, es ließe sich auch sagen, eine Welt ohne menschlichen Geist beklagt wird … (Ernst M. Binders) Inszenierung trachtet nie danach, der Schwerkraft zu entrinnen, über die große, intensive Texte verfügen." Kronen Zeitung, 04.09.2013

"Im Kernstück dieser Anklage gegen menschenverachtenden Technologiewahn … durchmessen Ronja Jenko, Eva Kessler, Mona Kospach, Gina Mattiello, Ninja Reichert und Werner Halbedl virtuos die Sprach- und Gedankenmäander Jelineks … Libgart Schwarz (taumelt) durch ein Niemandsland … berührend ihr fast achselzuckender Abgesang auf das Leben …" Kleine Zeitung, 04.09.2013

"Libgart Schwarz erweckt Ironie und Zorn dieser Trauerrede …"
Der Standard, 04.09.2013